Autoreninterview mit Rebekka Gusia

Über die Autorin

Rebekka Gusia wuchs in einem kleinen Dorf im oberbergischen Kreis mit ihrer jüngeren Schwester und vielen Nachbarskindern auf. Schon von klein auf las sie Unmengen von Büchern aus der Bibliothek der nahen Kleinstadt. Je älter sie wurde, desto mehr lernte sie das Fantasy- und Dystopie- Genre lieben, in dem auch ihre eigenen Geschichten spielen. Sie zog für ihr Germanistik- und Pädagogik Studium nach Köln. Das Schreiben sieht sie als kreativen Ausgleich zu ihrer fordernden Arbeit in einer Grundschule.

Über ihre Bücher

Nach der Zerstörung: Raja und Lean – eine romantische Dystopie

Das Interview

3 Fakten über mein Schreiben

Am Anfang eines Projekts schreibe ich gern vieles von Hand in ein Notizbuch, wenn ich unterwegs bin am Handy oder ich mache mir selbst eine Sprachnachricht. Das wird über kurz oder lang dann ein vollkommenes Chaos, aber daraus ergibt sich am Ende dann eine Geschichte

Die ersten Namen für meine Figuren sind in der Regel „Prota“, „Proto“ und solch kreative Namen wie „Typ“, „Blödmann“ und „Tussi“. Sobald es in die genauere Planung geht, bekommen sie natürlich auch echte Namen!

Am effektivsten schreibe ich kurz, bevor ich ins Bett muss. Klassiker. In der Woche gehe ich früh ins Bett und jedes Mal läuft es kurz vor der gesetzten Zeit erst so richtig

3 Fakten über mein Buch „Nach der Zerstörung – Raja und Lean“

Das Genre Dystopie war von Anfang an klar, ich habe wirklich lange mit dem Untergenre gekämpft, bis ich endlich auf die romantische Dystopie kam, so einfach und doch so schwierig.

Lean war ganz anders geplant, er sollte viel düster-geheimnisvoll-härter sein. Er hat sich, während des Schreibens aber ganz anders entwickelt. Ein Glück, ich liebe ihn, so wie er ist, und ich weiß nicht, ob Raja ihn in seiner Ursprungsform so sehr mögen würde

3 Gründe, warum ich lese

Um abzutauchen und die reale Welt um mich zu vergessen

Um mit den Figuren Abenteuer zu erleben, die ich selbst nie erleben werde

Um an Orte zu reisen, die ich vorher nie besucht habe.

3 Gründe, warum ich schreibe

Um die Geschichten aus meinem Kopf auf Papier zu bringen

Um Leser*innen in fremde Welten zu entführen

Um zu erleben, wie aus einer Idee ein Buch wird

Eins nach dem Anderen oder alles auf einmal?

Auf jeden Fall eins nach dem anderen! Ich mag es strukturiert und gut durchdacht. Sowohl beim Schreiben als auch bei den meisten Dingen im Alltag. Tatsächlich schreibe ich gerade das erste Mal an zwei Geschichten gleichzeitig. Mal sehen, wie das klappt. Ansonsten schließe ich lieber ein Manuskript ab, bevor es an das nächste geht. Übrigens schreibe ich auch ein Kapitel nach dem Nächsten und springe nicht, selbst, wenn ich für das übernächste Kapitel schon klare Ideen habe, für die aktuellen aber nicht.

Was war, was ist und was wird noch kommen?

„Nach der Zerstörung – Raja und Lean“ war mein Debütroman. Ein Prequel, das unabhängig von der Geschichte gelesen werden kann, ist in Arbeit und wird, wenn alles gut läuft, auch dieses Jahr noch erscheinen. Außerdem schreibe ich momentan noch an einer New Adult Idee, ich weiß aber noch nicht, was aus der werden wird. Sobald ich es weiß, berichte ich.

Wie ist es und wie soll es sein?

In meinen Träumen sieht das Schreiben so aus, dass ich mich an den Laptop setze, ein bis zwei Stunden hochkonzentriert arbeite, das Gerät ausmache und mich dann entspannt zurücklehne.
In der Realität komme ich von der Arbeit zurück, setze mich kurz an den Computer, kriege nichts aufs Papier, mache eine Pause, setze mich wieder an den PC, sitze dann den ganzen Abend dort und habe nicht halb so viel geschafft, wie ich es geschafft hätte, wenn ich wirklich zwei Stunden konzentriert gearbeitet hätte. Aber so ist es halt. Ich glaube mittlerweile, dass ich auch diese „Trödel-Zeiten“ brauche.

Wissend, suchend oder inspiriert

Inspiration trifft mich immer und überall. Ich habe eine Notiz auf dem Handy und ein Notizbuch voll mit Ideen. Denn immer wenn etwas kommt, schreibe ich es auf. Wenn ich es nicht tue, ist die Idee auch sofort wieder weg. Wer weiß, wann ich die Ideen nochmal gebrauchen kann? (Spätestens dann, wenn es an ein neues Projekt geht).
Sobald mich eine Idee nicht mehr loslässt, wird recherchiert, wenn es etwas zu recherchieren gibt und erstmal wird ein munteres Recherche-Informationen-Dokument angelegt, das ich im Nachhinein selten nochmal angucke, weil es so chaotisch ist. Aber die meisten Informationen merke ich mir zum Glück auch.

Ich bin keiner oder ich bin alle

Ich bin keiner und ich bin alle, trifft es ganz gut. In jeder meiner Figuren steckt ein Teil von mir. In manchen steckt mehr und in anderen weniger. Und gleichzeitig ist jede Figur vollkommen eigenständig und hat für sich genommen so gut wie nichts mit mir zu tun.

Namen haben Macht

Figurennamen sind mir sehr wichtig, denn sie sind das, was man andauernd liest und was man sich merkt oder sofort wieder vergisst. Ich habe eine lange Liste mit Namen, die mir gefallen und die eine Bedeutung haben. Gerade in Dystopien oder Fantasy Geschichten kann man so kreativ mit Namen umgehen und das liebe ich sehr. In der NA-Romance, die ich gerade plotte, habe ich festgestellt, dass „echte“ Namen für mich sehr viel schwieriger sind. Dadurch, dass ich in einer Grundschule arbeite, habe ich tagtäglich mit sehr vielen Namen zu tun. Und viele Namen sind für mich „verbrannt“ und ich kann und möchte sie, zumindest aktuell, nicht nutzen. Aber zum Glück gibt es ja viel Auswahl und irgendwann sind die richtigen Namen gefunden.

Ich höre, ich singe, ich musiziere

Ich höre gern Musik beim Schreiben. Es gibt aber immer wieder Phasen, in denen ich keine Musik ertragen kann. Manchmal kann ich dann ganz gut Instrumental-Musik hören. Das sind dann häufig Anime- oder JRPG-Songs ohne Text. Die sind so schön atmosphärisch und ohne Text, der mich ablenkt.

Das letzte Wort:

Vielen Dank für diese tollen Interviewfragen! Sie haben mich zum Nachdenken gebracht und haben viel Spaß gemacht.

Wenn ich euch neugierig gemacht habe und euch eine romantische Dystopie reizt, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr euch „Nach der Zerstörung – Raja und Lean“ mal näher anguckt.
Schaut auch sehr gern bei mir auf Instagram @rebekka.gusia vorbei. Dort gibt es zweimal in der Woche Reels, zweimal in der Woche „Laberstories“ und dazu natürlich auch regelmäßige Feed-Beiträge.
Ansonsten schaut natürlich auch gern auf meiner Website www.rebekkagusia.de vorbei.