Die Frau im Bürgertum

Nach der französischen Revolution gab es in vielen Bereichen eine große Umbruchphase. Veränderungen brachen an, von denen wir bis heute profitieren. Eine Gruppe von Menschen war damals aber von den Neuerungen ausgeschlossen:

Die Frauen.

Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit. Die Schwestern gehörten nicht dazu.

Die Ungerechtigkeit durch die Monarchie wurde beseitigt. Die ungerechte Geschlechterbehandlung nicht.

Es gab viele weibliche Vertreter, die sich um eine Gleichberechtigung in der neuen Verfassung bemühten (z.B. Olympe de Gouges). Die Männer taten ihres, diese Bemühungen im Keim zu ersticken. Es bildeten sich Männerklubs und Männerzirkel deren Ziel es war, den Einfluss von Frauen auf Staat und Gesellschaft einzudämmen. Mit Hilfe der Politik, Gesetzgebung, Wissenschaft und Philosophie wurde die Unterordnung der Frau neu begründet und das bürgerliche Familienmodell entstand.

Familie im 19. Jahrhundert

Das Konzept welches die Männer als erstrebenswert ansahen, war die der nicht erwerbstätigen Hausfrau und Mutter. Als typische weibliche Eigenschaften wurden Tugend, Sittsamkeit und Fleiß angesehen. 

Frauen galten als schwache Wesen -körperlich wie auch seelich. Sie sind ihren Gefühlen ausgeliefert und haben ein empfindsames Gemüt. Positiv hervorgehoben wurden ihre Schamhaftigkeit und Keuschheit, Liebenswürdigkeit, Taktgefühl, Verschönerungsgabe und Anmut bzw. Schönheit. Alles Tugenden, die sich eine Frau rühmen sollte. Beschützt und versorgt vom Mann konnten sie in der Familie ihre empfangende und bewahrende Art ausleben. 

Wie schön ist es für  die Frau, wenn sie ihren gestressten Mann nach der Arbeit umsorgen und verwöhnen kann. Bilder wie sie in der Werbung von Produkten oft gezeigt wurde. 

viele Jahre später…aber immer noch das selbe Modell

So findet sie ihre Erfüllung in der Rolle als Ehefrau und Mutter. Sie kümmert sich um den Haushalt sowie den Familienalltag und sozialisiert die Kinder. Mit ihrer Schönheit und ihrer Eleganz, repräsentiert sie den Erfolg ihres Mannes. Die Realität sah oft anders aus Als unmündige Personen waren sie von der Öffentlichkeit ausgeschlossen und auf das Heim reduziert. Den Einengungen der Rolle zu entfliehen gelang vielen Frauen nur durch den Rückzug in die Krankheit. Die Hysterie ist eine der berühmtesten Frauenkrankheiten des Bürgertums. Und ein typischer Stereotyp für die weibliche Schwäche. 

P.S Für Frauen der Arbeiterschicht funktionierte diese Ideologie nicht . Ihre Erwerbsarbeit wurde für den Unterhalt der Familie gebraucht.

Viele Jahre hat sich dieses Modell in der Gesellschaft gehalten. Findet sich heute noch jemand darin wieder?

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