E wie Erzählperspektive

E wie Erzählperspektive

Jeder epische Text hat einen Erzähler, also eine Stimme, die dem Leser die Geschichte erzählt. Dieser Erzähler kann dabei aus ganz unterschiedlichen Positionen heraus erzählen, also die Perspektive ändern. Unter Erzählperspektive versteht man also die Sicht, aus der ein literarisches Werk erzählt wird. (Siehe auch kapiert.de) Es wird unterschieden zwischen vier verschiedenen Erzählperspektiven: 

  1. Der auktoriale Erzähler ist allwissend (Außenperspektive) und wertet. 
  2. Der personale Erzähler erzählt aus der Sicht einer einzelnen oder mehrerer Figuren. (Innenperspektive – Er/Sie-Form). 
  3. Der neutrale Erzähler beschreibt was äußerlich wahrnehmbar ist, ohne Wertung.
  4. Der Ich-Erzähler erlebt die Geschichte selbst (personales Ich) oder hat sie erlebt (erzählendes Ich).

Der auktoriale Erzähler  (Außenperspektive -allwissend).

Er ist allwissend. 
Er ist nahezu göttlich.
Er weiß alles über die handelnden Figuren in einem Werk.
Er wertet und kommentiert. 
Er kann vorwegnehmen.
Er kann in Rückblenden die Handlung erläutern. 
Er blickt mit dem Leser von außen auf die erzählte Geschichte.
Er ist nicht der Autor.

Der personale Erzähler (Innenperspektive – Er/Sie)

Er weiß nicht alles. 
Er wählt die Perspektive einer einzelnen oder mehrerer Figuren.
Er kommentiert nicht.
Er wertet nicht.
Er benutzt ER oder SIE oder die Namen der handelnden Charaktere. 
Er erzählt aus der Sicht eines gewählten Charakters.
Er weiß nur das, was der gewählte Charakter weiß, erzählt, denkt.
Er kann keine Rückblenden oder Vorwegnahmen benutzen.

Der neutrale Erzähler 

Er beschreibt was äußerlich zu sehen/wahrzunehmen ist.
Er ist kein Charakter.
Er kommentiert nicht.
Er wertet nicht.
Er beschreibt, wie die Figuren handeln und agieren.
Er benutzt Dialoge oder Monologe um die Geschichte voranzutreiben. 

Der Ich-Erzähler

Er berichtet aus der Ich-Form.
Er benutzt die Ich-Form.
Er kann nur beschreiben, was das Ich in der Geschichte erlebt, sieht und denkt.
Er kann nicht von außen bewerten.
Er erzählt dem Leser die Geschichte aus den Augen einer Figur. 
Er kann als erzählendes Ich die Geschichte rückwirkend erzählen.
Er ist als erzählendes Ich allwissend.
Er erlebt die Gesichte selbst als personales Ich.
Er kann nur wissen, was das Ich im Moment erlebt und oder erinnert.

In der Regel wird in einem Text/Geschichte eine Erzählperspektive gewählt. Sie kann aber auch gewechselt werden. Ein zu schneller oder häufiger Wechsel kann den Leser aber auch verwirren.

Mein Jugendroman EVA ist in der personalen Ich-Form geschrieben. 


Der Ich-Erzähler hat eine Doppelfunktion. Er ist Erzähler und Figur gleichzeitig. (homodiegetische Erzählung). Der Ich-Erzähler begleitet das Geschehen um sich herum mit inneren Monologen. Die Ich-Person kann dabei gleichzeitig der Held der Geschichte bzw. das Zentrum, um das sich die Geschichte dreht, sein (Tribute von Panem) (autodiegetische Erzählung) oder eine Nebenfigur. Dann spielt sie die Beobachterrolle. (Watson bei Sherlock Holmes)


EVA ist eine autodiegetische Erzählung. Durch Evas Augen betrachten wir eine Welt, in der Frauen unterdrückt und als das schwache Geschlecht gesehen werden. Sie nimmt uns mit auf ihre (innere) Reise. Lässt uns an ihren Gedanken, Träumen und Ängsten teilhaben. Ich habe die Geschichte erst in der personalen Erzählperspektive angefangen. Doch schon bald gemerkt, das mir die Tiefe fehlt, der Zugang. Eva wollte mich näher haben. Daher habe ich in die Ich-Form gewechselt. Ab da an sind die Worte geflossen. 


Ich welchen Perspektiven habt ihr bereits geschrieben oder schreibt ihr gerade?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.