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Auf die Bühne …

Anfang des Jahres habe ich mir eine Herausforderung gestellt. Lesungen halten.

Dazu brauchte ich aber erst einmal Orte, wo ich lesen durfte.

Meine spontane Lösung: Ich suchte per Instagram Autor*innen für eine Parkbank-Lesung. Die Idee dahinter: Im Frühling irgendwo in Berlin und wir lesen nacheinander.

  • Zum einen musste ich erstmal keinen Ort anschreiben und eine Absage fürchten.
  • Zum anderen dachte ich mir, dass ich auf diese Art entspannt Lesungserfahrung bekommen kann.
  • Und nicht allein ist doch immer toll. Wenn keiner kommt, hat man immer noch andere vor Ort.

Ihr seht, ich habe sehr tief gestapelt. Außerdem neige ich dazu erstmal loszulegen und dann nachzudenken. Heute schüttle ich darüber lachend den Kopf, wenn ich bedenke, was seit dem alles passiert ist. Aber der Reihe nach.

Die Idee der Parkbank-Lesung fanden viele mega und ich hatte bald mehrere Autorinnen an Board, die mit mir gemeinsam was auf die Beine stellen wollten. 

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Ich bekam auch viele Nachfragen, kritische Anmerkungen, nicht ganz so begeisterte Nachrichten aber auch mega tolle Tipps und gute Hinweise. Das ganze Potpourri hatte mich aber erstmal wieder stark an meiner Idee, Lesungen zu planen, zweifeln lassen. Eigentlich wollte ich doch nur was kleines unbedeutendes auf die Beine stellen und niemand verärgern (schon gar nicht das Ordnungsamt) und auf der anderen Seite wollte ich doch gar nicht so viel Zeit und Arbeit investieren (damit ich am Ende nicht groß scheitern kann).

Das Ergebnis war: Keine unkonventionelle spontane Parkbank-Lesung wie ich sie mir ursprünglich vorgenommen hatte. Aber ich hatte den ersten Schritt gemacht und Interesse war offenkundig da. Ich hörte und las mir nochmal die positiven Rückmeldungen an und sortierte meine Gedanken. An dieser Stelle verspürte ich zum ersten Mal den Wunsch vielleicht doch was »Richtiges« auf die Beine zu stellen und meine selbsternannte Herausforderung etwas selbstbewusster anzugehen. 

Außerdem war ich ja auch nicht mehr allein. Ich hatte andere Autorinnen an Board! Ich erstellte eine Planungsgruppe und gemeinsam überlegten wir, an welchen Orten wir eine größere Indie-Veranstaltung planen könnten.

Winter-Indie-Lesung am 09.02.22

Bald schon brachte @solveig.klaus die Stadtbibliothek Oranienburg ins Spiel und der Bibliotheksleiter hatte große Lust mit uns was auf die Beine zu stellen. Fortan standen ich, Solveig und die Bibliothek im regen Austausch und planten fleißig. Die ursprüngliche Parkbanklesung wurde zur Indie-Winterlesung und findet am 23.02.2023 in der Stadtbibliothek Oranienburg statt.

Bundesweiter Vorlesetag am 18.11.22

Zusätzlich hat uns der Bibliotheksleiter überraschend angefragt, ob wir am bundesweiten Vorlesetag in Oranienburg mitmachen wollen. Jaaa! So lesen jetzt am 18.11.2022 an 8 verschiedenen mega tollen Orten, 8 Autoren und Autorinnen.

Ich hatte natürlich auch mehrere Orte wie Buchgeschäfte oder Büchereien angeschrieben und von einigen kam eine Nachfrage. Der Kontakt war hergestellt und ich fragte bei dem einen oder anderen weiter bzw. stellte mich vor Ort vor. In einer Bibliothek darf ich mich Ende des Jahres noch einmal melden. 

Lesung im Grünen am 22.09.22

Die Buchhandlung Pankebuch wollte mich gerne persönlich kennenlernen. So kam es, dass ich mit Pankebuch und dem Bürgerpark Verein eine Lesung in der Parkbücherei halten durfte. Mehrere Autorinnen waren zu viel für diesen kleinen Ort, aber ich hatte die spontane Idee, diese Lesung an Jugendliche und junge Erwachsene zu richten und wollte eine weitere Jugendbuchautorin dazu holen.

Annemarie Bruhns war sofort Feuer und Flamme und wir hatten rasch eine Gemeinsamkeit zwischen unseren doch so unterschiedlichen Büchern entdeckt. Unter dem Motto »Tödliche Gefühle« hielten wir am 22.09.22 eine Lesung im Grünen. Es war sonnig, es war kalt und es war toll. Das wollen wir auf jeden Fall nochmal wiederholen.

Lesung und Konzert am 21.10.2022

Ein Freund, der Künstler ist, hat mir einen weiteren Kontakt vermittelt. Beyond Limits, ein gemeinnütziger Veranstaltungsort, der in Friedrichshain liegt. Angeschrieben und Antwort bekommen.

Nach einer krankheitsbedingten Planungspause haben der Koordinator der Veranstaltung von Beyond Limits und ich telefoniert.

Wieder hatte ich eine spontane Idee mitten im Gespräch, die ich auch sofort ausgesprochen habe. Eine Lesung mit anschließendem Konzert. 

Ich fragte eine befreundete Band an und die zwei tollen Mädels von StrassGold hatten sofort Lust. Am 21.10 findet nun die Veranstaltung: Lesung & Konzert statt. 

Leseklang am 12.11.2022

Annemarie Bruhns hat eine weitere tolle Veranstaltung geplant – LESEKLANG – und gefragt, wer mitmachen möchte. Klar wollte ich. Nun bin ich am 12.11.22 Bernau auf einer gemütlichen Messe und darf sogar lesen.

Kennt ihr diese Momente, wo ihr euch daran erinnert, wie es am Anfang war und dann nur noch staunend dasteht. Ich meine, Hallo: plötzlich waren es 5 Lesungen, die sich Schritt für Schritt ergeben haben.

Ja es gab nicht nur Zusagen. Es gab keine Antworten. Es gab Absagen. Bei einigen Anfragen, haben andere Autor*innen die Zusage bekommen und ich eben nicht. Aber das ist nichts negatives. Es ist Platz genug für alle da! Und es gibt so viele Orte und Tage. Außerdem habe ich so auch mal die Möglichkeit eine Lesung von meinen Kolleg*innen zu besuchen. 🙂 Ein positiver Nebeneffekt.

Das Resümee aus diesen Erlebnissen:

Meine ursprüngliche Aktion Parkbanklesung war ja eigentlich überhaupt nicht durchdacht und ist damit gescheitert. Aber hätte ich es nie einfach gewagt, würde ich nicht an dem heutigen Punkt stehen.

Manchmal ist die Lösung so einfach und so schwierig: Man muss es einfach machen. Ohne nachzudenken.

Mach einfach, lass dich vom Universum führen und trau dich. 

Wenn du den ersten Schritt geschafft hast, gehen die nächsten meist viel leichter. Wenn du ein Vorhaben aussprichst, denken andere an dich und du erhältst Möglichkeiten, die du sonst nicht gehabt hättest. 

Es ist kein Selbstläufer, aber egal welche Herausforderung du dir stellst, jede kann man nur Schritt für Schritt bewältigen. 

Hol dir andere ins Boot, überlege dir, wo und wie du anfangen möchtest, zerdenke nicht alles, überliste deinen inneren Kritiker, setze dich über deine Zweifel hinweg und habe Spaß. 

Was wird kommen und folgen?

Ist meine Herausforderung bewältigt? Nein, denn diese Reise soll nicht im Februar bereits enden. Ich bin weiter auf der Suche, weitere Anfragen müssen gestellt werden, ich muss mich trauen, mich umhören, nach Möglichkeiten Ausschau halten. 

Ich erstelle mir gerade eine Liste mit Buchhandlungen und Orten, die auch Indi-Autor*innen die Möglichkeit bieten, Lesungen zu halten, und habe mir vorgenommen diese im November anzuschreiben. 

Was hilft mir?

Mit helfen Listen und eine von mir selbstauferlegte Zeit, um mein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Manchmal mache ich es dennoch früher, weil ich die Angst vor der Tat loswerden will. Manchmal hilft es mir, zu sagen, ich muss es ja noch nicht jetzt schreiben. Ich habe noch Zeit, zum Mut sammeln.

Außerdem spontan meine Ideen auszusprechen, ich darf über vieles einfach nicht nachdenken, um meinen inneren Kritiker keine Zeit zu geben für seine Argumente. Sobald ich ihm die Gelegenheit gebe, komme ich nicht ins Machen.

Meine Hindernisse.

Welche Angst ist das aber eigentlich, die mich davon abhält mich woanders vorzustellen und anzufragen?

  • Die Angst, keine Antwort zu erhalten. (Finde ich mega unangenehm, man weiß dann nie, woran es lag. War meine E-Mail unglücklich, lag es an mir oder meinen Büchern. Mein innerer Kritiker hat sofort einige Gründe und meine Angst fühlt sich bestätigt)
  • Die Angst vor einer Absage. (Ich kann damit einfach noch nicht gut umgehen. Es ist wie eine Bestätigung meiner Angst mit dem Hammer. Diese Angst zu bearbeiten steht auf meiner ToDo-Liste, denn sie bremst ungemein. Ehe ich eine Absage erhalte, frage ich lieber erst gar nicht. Einfach nur doof.)
  • Die Angst vor einer Zusage. (Jetzt lacht ihr bestimmt. Aber wirklich. Weil dann muss ich ja abliefern und mein innerer Kritiker meint: ich bin zu klein, zu unbedeutend, mich kennt keiner, keiner wird kommen, ich hatte nie ein Sprechtraining, die Besuchenden erwarten bestimmt jemand total Professionelles, meine Bücher sind nur Mittelmaß (wenn überhaupt) ich werde scheitern – mit Karacho. Meine Angst jubelt dem Kritiker zu.)

Was mache ich damit?

Tja und nun? Was ich langsam akzeptiere: ich werde immer vor etwas Angst haben, also kann ich es genauso gut auch einfach wagen. Damit umzugehen lerne ich nicht, indem ich etwas meide. 

Es gibt sehr viele positive Gegenbeispiele. Meine allererste Lesung auf der BuchBerlin war zum Beispiel so gut besucht, dass kein Stuhl mehr frei war, trotz Corona, trotz … . Auf meine Anfrage nach einer Parkbanklesung haben sich mega viele Autorinnen gemeldet. Ich bekomme oft zu hören, dass ich sehr gut lese. Meine Bücher werden gekauft und sehr gut bewertet.

Und das allerwichtigste: Ich liebe es, Lesungen zu halten. 

Und Aufregung an sich ist ja nicht verkehrt. Eigentlich ein schönes Gefühl. Hat was vom Abenteuer und man strengt sich dadurch auch mehr an. Es hält die Konzentration hoch. Würde ich gelangweilt vorne stehen, wären meinen Lesungen eben das. Langweilig.

Und du?

Wie sieht es bei dir aus? Bist du eine Rampensau? Aufgeregt und Lampenfieber im Gepäck? Wirst du leise, sobald du ein Mikro in der Hand hast, läufst immer auf und ab auf der Bühne oder füllst du sie aus und reißt deine Zuschauer regelrecht mit?

Zu guter Letzt

Auch wenn es nicht ganz zu Lesungen passt: Wenn man sich traut mehr nach außen zu gehen, passieren auch Dinge, an die du noch gar nicht gedacht hast. Am 29.10 darf ich im Rahmen der Woche der unabhängigen Buchhandlungen im Buchgeschäft bei mir um die Ecke vor Ort sein … Autor*innensamstage nennt sich diese Aktion. Ich schnuppere also mal Buchhändler*Luft und darf meine Bücher mitten im Geschäft anpreisen und signieren. Das wird toll! Ich hatte als Kind schon den Wunsch gehabt, eines Tages in einer Bibliothek oder im Buchgeschäft zu arbeiten. Wahnsinn, dass sich ein weiterer Traum damit erfüllt, wenn auch »nur« für 2 Stunden. Was ausreichend ist, denn mein heutiges Ziel ist es ja, vom Schreiben leben zu können. 😉

Alle meine aktuellen Termine findest du auch im Menü unter

Veranstaltungen.

Solltest du Lust haben, mit mir gemeinsam was auf die Beine zu stellen, melde dich gerne bei mir.

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