Autorenleben-Selfpublishing

Woche der unabhängigen Buchhandlungen

oder wie ich für einen Tag Buchhändlerin wurde.

Den Buchhandel erobern …

Im Selfpublishing eine Mammutaufgabe. Mit vielen Absagen und manchmal auch Zusagen.

Die Buchhandlung Chaiselongue war die erste Buchhandlung, bei der ich mich getraut habe, mein Debütroman EVA Herrschaft vorzustellen. Die Buchhändlerin war positiv von der Qualität meines Selfpublishing-Buches überrascht. Hier ein Danke an BOD, über die ich EVA und Martha vertreibe. Sie bestellte sich ein Exemplar und wenige Tage später durfte ich es im Regal bei Fantasy/Science-Fiction bewundern.

EVA im Regal zu sehen, ist eine bombastische Motivation für mich, wann immer ich an den Schaufenstern vorbeilaufe.

Was klein anfängt, kann groß werden …

Anfang Oktober 2022 kam eine Anfrage, ob ich Lust hätte im Rahmen der WUB an der Aktion Autor*innensamstag mitzumachen. Ja, natürlich! Mein Wunsch ans Universum, von außen angesprochen und zu Events als Autorin eingeladen zu werden, ging in Erfüllung

Ein Tag Buchhändlerin sein. Mega!

Ein paar Tage vor dem vereinbarten 29.10 22 war ich dann auch im Laden und durfte alle meine drei Bücher im Sortiment betrachten. Glücksgefühle pur!

Wir haben alles abgesprochen und dann brauchte ich nur noch in Vorfreude zu schwelgen.

Es ist soweit …

Der Samstag erstrahlte im besten Herbstwetter. Sonnig und beinahe warm. 

Wie viele Kunden und Kundinnen wohl kommen werden? Oder werde ich mit der Buchhändlerin alleine sein? Das wäre kein Dilemma. Diese Zeit ist absolut Bonus … nichts, was ich erwartet oder geplant hätte, sondern mir geschenkt wurde. 

Ich hatte einige Fragen im Kopf, die ich der Buchhändlerin stellen wollte und wenn keiner kommen sollte, viel Zeit die Regale durchzusehen 🙂 es gibt Schlimmeres für einen Bücherwurm wie mich. (Wer mich kennt, weiß dass ich stundenlang im Buchladen sein kann, nur um das Sortiment zu durchstöbern).

Wie lief es?

Vorweg, nein ich war nicht mit der Buchhändlerin allein und ja ich habe alle Regale durchgesehen 🙂

Wir haben einen Büchertisch mit meinen drei Mädels aufgebaut, mit einem gemütlichen Sessel und Platz zum Signieren. Ich hatte noch Postkarten, Flyer und Lesezeichen dabei. Voila.

Dann kamen die Kunden. Der erste Kunde war ein älterer Mann, der Bücher für seine Enkelkinder kaufen wollte. Direkt zu der Kinderecke gelotst und Bobo Siebenschläfer empfohlen, die liebsten Geschichten meiner Kinder. Ach macht das Spaß. 

Immer wieder kamen Menschen rein, holten bestellte Bücher, fragten nach expliziten Titel. Ich kam ins Gespräch, konnte Flyer an Mensch bringen und mich als Autorin vorstellen. Etwas, was mir noch heute nach drei Jahren unglaublich vorkommt.

Zwischendrin stellte ich Fragen an die Buchhändlerin: Wie entscheiden sie, welche Bücher ins Sortiment kommen, wie viel verdienen sie am Verkauf eines Buches, wie läuft die Rückgabe, welches Genre läuft besonders gut, wie gut gehen Jugendbücher in Zeiten von TikTok und Co uvm. 

Dazwischen Bücher richten, Regale sichten und stöbern. Denn wie soll ich Kunden Bücher empfehlen, wenn ich das Sortiment nicht kennt. 

Mein erster Verkauf

Das ist mir nämlich direkt bei meinem ersten Kunden passiert. Er kam, um Bücher für seine 28-Jährige Tochter zu kaufen. Ich war mutig und habe ihm meine Bücher vorgestellt. FLORA hat ihn begeistern können, aber er wollte gerne noch eine Empfehlung von mir, welches ich gelesen habe. (Voll der schöne Moment gewesen!) Ich hab ihm ein Buch empfohlen, was ich überlegt hatte zu kaufen. Die Buchhändlerin kam noch zur Hilfe … und der Mann ging mit drei Büchern nach Hause: Eins von mir geschrieben, eins von mir empfohlen und eine Buchhändlerin-Empfehlung – aufregend!

Was hat es mir gebracht

Die Stunden vergingen schnell und waren sehr inspirierend. Neues zu erleben sind Abenteuer im Alltag, die ich nur empfehlen kann. Nein, ich habe keine 100 Bücher verkauft, aber mich weiter darin geübt, mich als Autorin zu sehen und zu fühlen. Nicht als Franzi, Mama oder Pädagogin. 

Das fällt mir oft noch schwer, aber wenn ich es dann schaffe, fühlt es sich unglaublich an. Und davon will ich mehr. Und vielleicht habe ich neue Lesende und Fans gefunden. 

Außerdem merke ich immer wieder, wie gerne ich über meine Bücher rede, über die Charaktere, die Welt und meine Recherchen. Dazu komme ich nur im direkten Kontakt, wie bei solchen Aktionen, auf Buchmessen oder Lesungen. 

Auch das Präsentieren, sich selbst und seine Bücher, muss geübt werden. Wann ist man zu aufdringlich, wann zu zurückhaltend? Was wollen Lesende hören, wie kann man sie für etwas begeistern, wann ist welches Buch für jemand die richtige Empfehlung?

Hast du schon mal an besonderen Aktionen im Buch-Business teilgenommen?

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